Studienauftrag Langgasse 66
St. Gallen, 2025
in Zusammenarbeit mit Karin Fritsche-Stadelmann
Bauherrschaft: Katholische Kirchgemeinde St. Gallen
Die besondere städtebauliche Ecksituation findet eine adäquate architektonische Formulierung mit der Ausbildung eines auskragenden Erkers.
So werden Bezüge zur Häuserflucht und gleichzeitig Ausblicke in die Tiefe der Langgasse geschaffen.
Im Erdgeschoss an der Langgasse ist ein überhoher Gewerberaum vorgesehen, der auch von dieser Seite adressiert wird. Der Erker in den Obergeschossen funktioniert gleichzeitig als Vordach für den Eingang zum Gewerberaum.
Der Zugang zu den 22 Klein-Wohnungen einschliesslich der Velo-Parkierung ist auf der Seite der Pelikanstrasse positioniert und funktioniert unabhängig von der Gewerbenutzung, da er ein Geschoss tiefer im Sockelgeschoss liegt.
Die Wohnungen sind über einen begrünten Laubengang erschlossen, der leicht übertief ausformuliert ist, so dass er auch als Begegnungszone genutzt werden kann. Der Laubengang dient gleichzeitig an beiden Enden als Balkon.
Es sind durchstossende Wohnungen mit attraktiver Südwest-Besonnung und Ausrichtung der Küchen und Aufenthaltsräume auf den Laubengang an der Pelikanstrasse geplant. Die Schlafzimmer sind auf die ruhige, schattige Nordostseite ausgerichtet.
Jede Wohnung hat also mehrere qualitätvolle Ausrichtungen und macht so für die BewohnerInnen verschiedene Lichtstimmungen über den Tagesverlauf erlebbar – zudem kann jede Wohnung quergelüftet werden. So wird eine hohe Wohnqualität für jede einzelne Wohnung bei minimalem Flächenverbrauch erzielt, was den zahlbaren Wohnraum über eine lange Nutzungsdauer nachhaltig macht.
Wohnungsspiegel: 22 Wohnungen, davon 10 x 2.5 Zimmer-Wohnungen (45.6 %), 6 x 1.5 Zimmer-Wohnungen (27.2 %), 6 x 3.5 Zimmer-Wohnungen (27.2 %).
Die Waschküche ist im obersten Geschoss platziert und die daran angegliederte, grosszügige Dachterrasse ist somit für alle BewohnerInnen zugänglich.
Eine Fassadenbegrünung zur Pelikanstrasse hin ist ein Beitrag zum Stadtgrün, bringt eine attraktive Wohnqualitätssteigerung mit sich, auch hinsichtlich Klima, Hitzeschutz und als besondere Aufwertung von Luft- und Lebensqualität.